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NameACTH (im EDTA-Plasma)
SynonymeCorticotropin
GruppeHormone (EDTA)
MaterialEDTA-Blut
Präanalytik Aufgrund der geringen Stabilität, sollte die Abnahme in gekühlte EDTA-Monovetten erfolgen und die Probe direkt nach der Blutentnahme gekühlt werden.
Sollte ein zeitnaher Transport ins Labor (innerhalb von 4 Stunden) nicht möglich sein, sollte das EDTA-Blut zentrifugiert und das Plasma in ein zweites Plastik-Röhrchen abpipettiert und tiefgefroren werden.

ACTH wird pulsatil sezerniert und weist einen ausgeprägten zirkadianen Rhythmus mit höchsten Werten zwischen 6.00-8.00 Uhr morgens auf.
Indikation - zur Differentiadiagnose der Nebennierenrinden-Insuffizienz (NNR-Insuffizienz)
- zur Differentiadiagnose des Hyperkortisolismus
- V.a. ektope ACTH-Sekretion (Hypokaliämie und metabol. Alkalose bei bekanntem Tumorleiden)
Einheitpg/ml
Normalwert
Wertebereich
10 - 50 pg/ml
4.7 - 48.8 pg/ml
Abrechnung
GOÄ
Position
   Preis €
(1.0-fach)
   Anzahl   Faktor   Preis €
404927.9711.1532.17
Beschreibung ACTH ist ein glandotropes Peptid-Hormon, welches im Hypophysenvorderlappen unter dem Einfluss des Corticotropin-Releasing-Hormons (CRH) aus dem Prohormon Proopiomelanocortin (POMC) entsteht und für die Regulation der Nebennierenrindenfunktion (Glukokortikoidsynthese und indirekt zur Insulinproduktion) zuständig ist. Daher sollte zur adäquaten Beurteilung eine gleichzeitige Bestimmung von Cortisol erfolgen.

- Erhöhte Werte: sekundäres Cushing-Syndrom (hypothalamisch-hypophysär), primäre NNR-Insuffizienz, Angst, Stress und ektope ACTH-Produktion (paraneoplastisch v.a. bei kleinzelligem Bronchial-Ca und Pankreas-Ca).
- Erniedrigte Werte: primäres Cushing-Syndrom (Nebennierenrindentumor, iatrogen), sekundäre NNR-Insuffizienz (hypophysär) und tertiäre NNR-Insuffizienz (hypothalamisch) - Unterscheidung durch CRH-Test möglich, Sheehan-Syndrom.

Klinik NNR-Insuffizienz: Schwäche, Hyperpigmentierung, Gewichtsverlust, Anorexie, Übelkeit, Erbrechen, Hypotonie.
Klinik Cushing-Syndrom: Gewichtszunahme durch Stammfettsucht mit „Vollmondgesicht“ und „Stiernacken“, Stoffwechsellage wie bei Diabetes mellitus, arterielle Hypertonie, Hypogonadismus und Potenzminderung bei Männern, Zyklusstörungen bei Frauen, Osteoporose, Striae rubrae durch Hautatrophie, Muskelschwäche.